Mensch und Kosmos in Frieden vereint

Wohl eine der unbeschreiblichsten Erfahrungen war jene des Maya Rituals in der Nähe der Hauptstadt des Departamentos Quetzaltenangos, Guatemala. Der Verein Colectivo No´j eröffnete das XIII.Festival der Bildung für das Leben mit diesem Feuerritual in der Nähe der Berge, an einem heiligen Maya-Ort. No´J, einer der 20 Maya-Geister oder Nahuales, bedeutet WISSEN. Welch passendes Zeichen, nicht nur für für das Kollektiv für Jugendbildung. Auch für mich, als sogenannte „Wissensmanagerin“… Viele Fragen sind mir in den 3-4 Stunden der Zeremonie durch den Kopf gegangen: Was bedeutet Wissen? Wann wird etwas zu Wissen? Für wen ist welches Wissen relevant? Wer bestimmt, was „wertvolles“ Wissen ist?

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Alegria, Sabeduria, Paz – Freude, Weisheit und Frieden sind die drei Schlagwörter der Organisation. Vieles des indigenen Kulturgutes ging mit dem Bürgerkrieg in Guatemala, der bis 1996 andauerte, verloren. Bis heute besteht ein zutiefst verwurzeltes System von Diskriminierung in dem bevölkerungsreichsten Staat Mittelamerikas. Ein guatemaltekischer Kollege erzählte mir, dass aus Schutz und Scham seine Eltern gar nicht erst angefangen haben, K’iche‘ mit ihm und seinen Geschwistern zu sprechen. Langsam versuchen zivilgesellschaftliche Initiativen die indigenen Werte mit Stolz wiederzugewinnen.

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Quelle: Afobelgica

Endlos und doch so kurz standen wir, ungefähr 30 Menschen aus Mexiko, Belgien und Guatemala, im Kreis, tanzend, meditierend, dankbar hüpfend und singend, um das Feuer. In Anleitung drei schamanischer Maya-Schamanen, wurde das 13.Jahr des Festivals eingeleitet. Es werden Workshops angeboten zu den Themen Friedeskultur, Kräuterkunde, Poesie, Maya Inschriftenkunde, Gruppendynamik oder Bullying.

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13, eine magische Zahl für die Mayas. Verschiedestenste Opfer werden dem Feuer im Zuge des Morgenrituals dargeboten: Blumen, Bohnen, Reis und Kerzen in 6 Farben: die Farben Rot, Schwarz, Weiß und Gelb stehen für die Himmelsrichtungen/Elemente, Blau für das Herz des Himmels und Grün für das Herz der Mutter Erde.

Die Maya Kosmovision stellt den Zusammenhang zwischen Mensch und Kosmos her, geleitet von der Kraft und Weisheit der Ahnen. Der Mayakalender ist der Lehrpfad des Heilers und Schamanen. Die Schamanen widmen sich dem Wohl der Menschen, aber auch für dem aller Wesen und der Mutter Erde. Der Aspekt der Natur, und auch die Betonung der Dringlichkeit der Arbeit mit Jugendlichen war sehr präsent in den Reden der drei Maya-Schamanen. Die Jugend der Dörfer, fernab der Städte, müssten in die Arbeit von Colectivo No´j mehr eingebunden werden. Denn sie sind es, die schwierigen Bedingungen unterlegen sind, und ihre Erfahrungen mit der Natur tagtäglich machen.

20 Mal widmen die drei Schamanen abwechselnd dem jeweiligen Nahual ihre Weisheiten. Nach jedem Mal werfen wir Kerzen in das Feuer. Die Jugendlichen trommeln, singen und laufen im Kreis um das heilige Feuer. Ich verliere den Sinn für Zeit und Dimension, bin wie im Dilirium. Später am Abend werde ich krank, mein Verdauungssystem wird für die nächsten Tage komplett ausgeräumt. Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht auch Teil der Zeremonie war. Und meiner Einführungsreise in unsere Projektländer.

Mein Nahual ist E´, der Geist des Weges, der Reise und des Schicksales. Hier kannst du deinen Nahual berechnen.

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Nahual E´ – Quelle: Indalosia.de

 

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